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sadangel1980
14 January 2008 @ 08:32 pm



 


In den Wälder von Wyoming, Herbst 1965

Von all den miesen, baufälligen und hässlichsten Hütten, mussten wir natürlich die abgefuckteste von allen bekommen. Ich parkte den Wagen direkt vor der Holzveranda, die zur Einganstür raufzeigt. Lureen schaute immer noch wie versteinert aus dem Fenster. Ich hatte es ja gleich gesagt, dieser Urlaub wird keine Erholung. Ich stieg aus und holte unser Gepäck aus dem Kofferraum.

"Schatz, kommst du? Ohne Schlüssel, krieg ich die Hütte nicht auf und es ist noch viel zu erledigen, bevor wir uns heimisch fühlen können."

Ich sah, wie Lureen ihre Lippen bewegte, doch ich konnte die Wörter über die Entfernung nicht ausmachen. Wie konnte man nur auf so eine blöde Idee kommen, diesen gottverlassenen Fleck, am Pickel des Arschs der Welt als Urlaubsziel aussuchen? Richtig, das war ja ich, der das getan hat. Verdammt. Lureen kam trotzigen Schrittes auf mich zu und streckte mir ihre blassen Finger entgegen, in der die Schlüssel baumelten.

"Hier! Mach schnell ja, ich frier mir hier noch alles ab."

Oh ja, grandiose Idee, Twist. Der Urlaub wird herrlich!

Nach zwei Stunden loderte das Feuer im Kamin, wir hatten die Vorratssachen in den Küchenschränken verstaut und saßen bequem auf dem ausladenden Sofa. Lureen bestand auf ihr Glas Rotwein und ich genehmigte mir ein kühles Bier. Meine Hand streichelte über ihr Haar, sie schmiegte sich an mich, unser Streit schien vergessen zu sein.

"Warum musst du immer so gemein zu mir sein?"

Anscheinend, war er doch nicht vergessen.

"Süße, ich hab es nicht so gemeint. Du musst doch einsehen, dass dein Vater ein unvergleichlich, gemeiner Bastard ist, oder nicht? Wer hätte sonst im Ehevertrag der eigenen Tochter einen Passus mit aufgenommen, dass der Ehemann keinen einzigen Cent aus dem Geschäft erhalten wird? Wie kann man nur so verbohrt sein?"

"Da ich noch nicht das Vergnügen hatte, deine Eltern kennen zu lernen, kann ich mich dazu noch nicht äußern."

Ich ließ das jetzt einfach mal kommentarlos im Raum stehen. Manchmal musste man halt über seinen Schatten springen und es dabei bewenden lassen. Und darin war ich echt gut. In der Nacht liebten wir uns, wie zu der Zeit, als wir uns zum ertsen Mal begegnet waren. Wir versuchten nun schon so lange ein Baby zu bekommen, dass die Vorstellung, es könnte an mir und meiner Arbeit liegen, mich ganz besinnungslos machte vor Schuldgefühlen. Aus diesem Grunde hatte ich diese abgeschiedene kleine Hütte, in den Tiefen der Wälder gemietet, um für 10 Tage dem Alltag zu entfliehen und hemmungslosen, freien Sex zu haben, damit der Druck von unser beider Schultern genommen wird.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück gingen wir spazieren. Zusammen hatten wir 4 Paar Strümpfe, 3 Pullover, 2 Thermo-Hemden, 2 Parkas, 4 Paar Handschuhe und 2 Wollmützen an. Und dennoch waren wir am Frieren, also hakten wir uns untereinander und gingen schnellen Schrittes über den Waldboden. Einzelne Sonnenstrahlen verirrten sich ein paar Mal duch das dichte Baumwerk über uns. Zurück in der Hütte wärmten wir unsere Körper zuerst am Kamin, dann mit unserer Leidenschaft. Zu meinem Entsetzen bemerkte ich, dass Lureen nicht mehr das selbe Feuer zu haben schien, wie noch vor einem Jahr. Ich wusste nicht warum, sie wollte doch auch ein Baby! Oder nicht? Am Abend blätterte ich in einem Magazin für Ranchartikel, während Lurren begann, einen Pullover zu stricken. Plötzlich wurde das Knistern und Prasseln des Feuers durch das unverkennbare Geräusch eines Automotors unterbrochen. wir blickten uns an, ich hob die Schultern, weil ich keine Ahnung hatte, was vor sich ging. Dann war das Schlagen einer Autotür zu hören, dann noch einer. Ich ging zur Tür und öffnete sie.

 
 
sadangel1980
14 January 2008 @ 08:31 pm
 




I.      ALLES AUF ANFANG

 

Tijuana, Mexiko im September 1996

 

Helles Licht durchflutete das kleine Hotelzimmer, an diesem heißen Nachmittag. Die cremefarbenen Vorhänge wurden von einer Brise aufgewirbelt, die jedoch keine Abkühlung versprach. Alma del Mar lag etwas nervös in einem neuen s

eidenen burgunderfarbenen Nachthemd unter den weißen Laken und versuchte ihren Puls zu beruhigen. Ihr Mann war im Badezimmer verschwunden, wie sie es gewünscht hatte, damit sie sich schnell umziehen konnte. Es war ja nicht so, dass sie zum ersten Mal intim miteinander wurden, aber das letzte Mal lag fünf Wochen zurück.

 

Ennis del Mar konnte durch den Spalt in der Badezimmertür das Bett erblicken, auf dem seine Frau unter den weißen Laken lag. Er freute sich darauf, seinen ehelichen Pflichten mal wieder nachzukommen. In letzter Zeit hatten sie immer seltener Sex miteinander und beide wussten, dass ihre noch frische Ehe darunter leiden würde.

 

Aber vieles war schwieriger geworden, nachdem Alma vor drei Monaten ihr ungeborenes Baby verloren hatte. In den ersten Tagen konnte Ennis sie nicht einmal an den Händen halten, ohne dass sie anfing zu zittern und sich weinend im Schlafzimmer eingeschlossen hatte. Ennis hatte ihren gemeinsamen Urlaub als Seelenbalsam angesehen. Ein paar Wochen unter der heißen Sonne Mexikos und dem Bruch mit ihrem regulären Alltag würde beiden helfen. Das hoffte er zumindest.

 

Und nun stand er vor dem Spiegel im Bad, wusch sich das Gesicht und putzte sich die Zähne. Er konnte sich nicht an das letzte Mal erinnern, als sie es mitten am Tag getan hatten. Er knipste das Licht aus und schloss die Tür hinter sich. Einige Sekunden stand er unsicher auf den hellen Fliesen und steuerte dann langsam Richtung Bett. Alma lächelte ihn an.

 

Sie ist so hübsch. Ich liebe ihr rotbraunes Haar, wie es auf ihre blassen Schultern fällt.

 

Er war in Boxershorts gekleidet und hob nun die Decke an, um sich darunter zu legen. Sie rückte ein wenig ab, aber nur, um ihm Platz zu machen. Er legte seinen Arm um ihren Hals und zog sie an sich.

 

Langsam, nicht zu hastig, sonst zieht sie sich wieder zurück. Sie meint es tatsächlich ernst, sie hat sich was Schönes zum Anziehen besorgt.

 

Vorsichtig legte sie ihre Hand auf seine Brust und er hauchte ihr einen Kuss auf die geschlossenen Lippen. Seine Hände fuhren über ihren Körper, er mochte das Gefühl von Satin unter seinen Fingern und den darunter verborgenen weichen Körper seiner Frau. Er merkte, wie sein Glied hart wurde. Wie gern hätte er es, wenn sie ihn dort berühren würde. Aber das war wohl zuviel verlangt, für ihr Wiederzueinanderkommen.

 

Alma öffnete nun ihren Mund und ließ Ennis Zunge in sich hineingleiten. Als ob er eine schriftliche Einladung erhalten hatte, rollte er sich auf sie und drängte ihre Beine ein wenig auseinander. Er bemerkte sofort wie sie sich versteifte. Er streichelte über ihren Kopf und brachte ein Lächeln zustande, gefolgt von einem fragenden Blick. Ihre Arme umschlossen ihn und er rückte noch dichter an sie heran. Er küsste ihr Dekolleté und umfasste ihre Brüste mit seinen beiden Händen und drückte sie. Als er sie wieder ansah, bemerkte er Tränen in ihren Augen.

 

„Wir müssen das nicht tun, wenn du nicht willst.“

„Ich will ja, aber irgendwie kann ich nicht.“

„Vielleicht sollten wir noch einen Moment warten.“

„Ja, vielleicht.“

„Komm her.“

 

Ennis legte sich auf seinen Rücken neben Alma und hob seinen Arm, damit sie sich an ihn kuscheln konnte.

 

„Jedes Mal, wenn du mich berührst, kommen die Erinnerungen wieder hoch. Daran, was sie aus mir entfernt haben. Was sie mir weggenommen haben.“

„SchSch, Liebling, du musst dich nicht rechtfertigen. Ich kann mir nicht mal ansatzweise vorstellen, was du durchgemacht haben musst.“

 

Sie redeten noch eine Weile über die letzten Monate. Alma wiederholte in einer Tour ihre Empfindungen, dass sie sich nicht als Frau fühle, wenn es um Geschlechtsverkehr gehen würde. Ennis kannte die Platte, er hatte ihr unzählige Male lauschen müssen und konnte jeden ihrer Standpunkte auswendig. Er wollte nicht undankbar erscheinen und versuchte sich in Geduld zu üben. Sie standen ja erst am Anfang ihrer Ehe und es würden noch wunderbare, erfüllende Zeiten kommen.

 
 
sadangel1980
14 January 2008 @ 08:29 pm



 


„Wir sehen uns nächsten Monat…“

Ennis erschrak, als er den Gesichtsausdruck auf Jacks Gesicht sah. Was glaubte er denn, wie er reagieren würde, wenn er ihn so überfällt. Sollten sie sich liebend in die Arme fallen und küssend auf den Boden sinken? Er staunte, als er registrierte, dass er genau diesen Gedanken gerne in die Tat umgesetzt hätte. Jacks Zungenspitze, die die ganze Zeit an seinen Lippen leckte, machte ihn nur noch nervöser. Jack hatte mit einem Mal einen Ausdruck in den Augen, der erlöschendem Feuer gleichkam. Er brauchte nur die Hand auszustrecken und ihn an seiner Jacke packen, um ihn am Gehen zu hindern. Aber seine Muskeln wollten den Befehlen, die sein Gehirn so verzweifelt zu geben versuchte, nicht gehorchen. Ennis schaute auf Jacks Bartstoppel, er musste sich seit ein paar Tagen nicht rasiert haben. Er erinnerte sich, wie sehr ihn die Stoppeln beim letzten Mal die Beine zerkratzt hatten, als Jack ….

 

Wie in Zeitlupe schritt Jack zurück zu seinem Truck. Wenn du ihn jetzt gehen lässt, del Mar, wirst du wieder Magenkrämpfe bekommen. Was fällt ihm ein, hier einfach so aufzutauchen? Wieso schreibt er mir keine Karte wie sonst. Was ist denn so anders? Das Wort Scheidung muss wohl einen enorm großen Schalter bei ihm umgelegt haben. Idiot. Als wenn wir von heute auf morgen ein gemeinsames Leben anfangen könnten. Das Wort Wir machte ihn verlegen. Die Umschreibung Gemeinsames Leben noch viel verlegener. Ennis schluckte heftig. Seine Grübeleien machten ihn selbst ganz mürbe. Nach einer halben Ewigkeit, so schien es, kamen endlich die Worte:

„Jack, ich…“

Aber Jack drehte sich nicht um. Die Wagentür knallte mit einem Schlag in den Rahmen und der Motor erwachte röchelnd zum Leben. Der Wind peitschte über den Boden und trug feinen Sand mit sich, der gegen die Tür wehte. Unfähig sich zu bewegen, wollte er ihn ein weiteres Mal ziehen lassen. Ennis Hut wanderte wie von Zauberhand tiefer in die Stirn.

 

Auf einmal spürte er 4 kleine Hände an seinem Rücken.

„Dad, los, geh doch zu ihm, er sieht so traurig aus!“, sagte Jr.

„Ja, Daddy, der guckt, als wär’ jemand gestorben.“, pflichtete Jenny bei.

Ennis konnte ein Lächeln nicht unterdrücken er sah Jack durch die Scheibe an und verlor sich zum wie vielten Male in diesem wundervollen Blau?

„Mädchen, wartet bitte im Wagen, ich bin gleich bei euch.“

Seine Töchter gehorchten. Ennis Füße setzten sich urplötzlich Richtung Jacks Truck in Bewegung. Die paar Schritte kamen ihm wie eine Unendlichkeit vor. Er wollte gerade an die Scheibe klopfen, als Jack das Fenster runterkurbelte, sich halb aus dem Fenster lehnte und flüsterte: „Ennis, …. ich werde mir heute ein Motel im Ort suchen, … ich bin nicht in der Lage wieder zurück zu fahren. Deine letzte Chance, Kumpel…. entweder du kriegst deinen Arsch hoch und wir sprechen uns aus oder du hast mich zum letzten Mal gesehen… und das meine ich dieses Mal verflucht ernst… ich kann und will so nicht weiterleben…ich hab’ keine Kraft mehr … dies alles laugt mich zu sehr aus… die Entscheidung liegt bei dir!“

Ennis ängstigte dieses Ultimatum. Er konnte nichts erwidern. Nach Sekunden des Zögerns, war nichts als eine Staubwolke von seinem Freund übrig.

 

Ennis konnte den Nachmittag mit seinen Töchtern nicht wirklich genießen, seine Gedanken waren bei Ihm. Sein schlechtes Gewissen plagte ihn gleich doppelt, da er nur begrenzte Zeit mit seinen Töchtern zugeteilt bekommen hatte, wollte er ihnen zumindest stundenweise ein guter Vater sein. Und dennoch sehnte er sich insgeheim danach, dass der Nachmittag so schnell wie möglich verstreichen würde, damit er zu Ihm käme. Alles lief mit einem Schleier vor seinen Augen ab. Sie gingen ins Kino. Er hätte hinterher nicht sagen können, worum es in dem Film ging. Sie kauften im sogenannten Einkaufszentrum von Riverton einigen Modeschmuck. Nach der Limonade, dem Popcorn, den Kinokarten und dem Schmuck herrschte bereits wieder Ebbe in seiner Geldbörse. Aber der Glanz in den Augen seiner Töchter, linderte sein Gewissen ein wenig. Er hatte seine Entscheidung gefällt, nun hoffte er darauf, dass es Abend werden würde und es Zeit war, für seine Mädchen ins Bett zu gehen. Er erklärte Alma am Telefon, dass sie Jr. und Jenny am Sonntagmorgen abholen sollte, da ihm etwas Wichtiges dazwischen gekommen sei. Sie schrie ihn am Telefon an, was denn wichtiger sei, als seine Töchter. Als er schwieg und rumdruckste, legte sie einfach auf. Tja, wer hatte gesagt, es würde einfach werden.

Wie sollte er es ihm bloß sagen? Er versuchte, sich die richtigen Worte zurecht zu legen, aber alles klang abgedroschen und hohl. Er wollte es schnell hinter sich haben. Wie bringe ich es ihm bloß bei? Egal, Jack wird eh ausrasten…

 
 
sadangel1980
14 January 2008 @ 08:24 pm



 


Had I known that the first was the last

I should have kept it longer.

Had I known that the last was the first

I should have drunk it stronger.

Cup, it was your fault,

Lip was not the liar.

No, lip, it was yours,

Bliss was most to blame.

 

Emily Dickinson

 

1. Kapitel

Nach dem langen Schlaf

 

Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit, und neues Leben blüht aus den Ruinen.         

Friedrich Schiller

 

 

„Sean?“

„Ja?“

„Sean, wo steckst du!“

„Hier, Sir, was kann ich für Sie tun?“

„Ich werde verreisen.“

„Wie … verreisen?“

„Ich muss hier raus, ich brauche Abwechslung und Inspiration.

Ich habe das Gefühl, ich bin hier schon eine Ewigkeit.“

„Aber Sir, Sie können doch nicht einfach weggehen.“

„Wieso nicht?“

„Nun ja, man braucht Sie hier.

Ohne Sie läuft das Geschäft doch nicht.“

„Sagt wer?“

„Es bedarf keiner Erklärung, Sir, Sie können unmöglich gehen.“

„Aber genau das werde ich tun.“

„Sir, das ist noch niemals vorgekommen.

Wir haben für so was überhaupt keinen Notfall-Plan.

Wer soll Sie ersetzen?

Und wohin wollen Sie überhaupt?“

„Nach oben.“

„NACH OBEN!?“

„Ja.“

„Und … und … und wie … als was … als wer?“

„Ich weiß nicht.

Schätze, so wie ich jetzt aussehe.

Abgesehen von meinen kleinen Accessoires.“

„Sir, ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist.

Sie waren noch nie oben.

Sie würden mit Sicherheit überall für Aufsehen sorgen.“

„Ich denke, dass es mal an der Zeit ist, meinst du nicht?“

„Sicher, wenn das Ihr Wunsch ist.“

„Hm, mal sehen, was brauche ich denn?

Kleidung wäre nicht schlecht.

Ein Auto vielleicht?

Oh und Geld.

Eine Menge Geld.“

„Was ist, wenn Sie jemand erkennt?“

„Das wird niemand.

Das garantiere ich.“

„Und wann soll es losgehen?“

„Wie wär’s mit … jetzt?!“

 

 

***********************

 

 

„Gib’s mir!“

„Nein!“

„Du sollst es mir geben!“

„Nein, hol dir ein eigenes!“

„Ich denk’ nicht dran.“

„Nur weil du mich bezahlst, heißt das noch lange nicht, dass ich dir was schuldig bin.“

„Beschwerst du dich gerade, dass ich dich bezahle?“

„Nein!“

„Hat sich aber so angehört.“

„Uh-uh!“

„Dann gib mir zumindest die Hälfte ab.“

„Wieso?“

„Weil ich so ein netter Mensch bin?“

„Lass dir was Besseres einfallen.“

„Weil ich den Termin von Mrs. Peterson vorhin übernommen habe?“

„Hm okay, die Peterson ist echt eine Schreckschraube.“

„Ihr Wagen brauchte nur einen neuen Keilriemen, hab’s schnell richten können.“

„Immer von der schnellen Truppe, was?“

„Was soll das heißen?“

„Nichts nichts.“

„Gibst du mir jetzt was ab?“

„Klar.“

„Mmh lecker, ich liebe diese Thunfisch-Sandwiches.“

„Morgen kannst du für uns beide ja was zum Mittag besorgen.“

„Wer sagt, dass du morgen hier noch arbeitest?“

„Du Scheißkerl!“

„Na na na, pass auf, was du sagst, ich bin immer noch dein Vorgesetzter.“

„Oh ja, du bist ja so bossy!“

„Halt die Klappe, Charly!“

„Vorgesetzte geben einem ja auch immer einen dreimonatigen Vorschuss.“

„Deine Frau und dein Kind waren krank.“

„Hätte nicht jeder gemacht.“

„Ich aber.“

„Danke.“

„Bitte.“

„Fuck, sieh dir den Schlitten da draußen mal an!“

„Ich glaub's nicht.

Ein 56er Mustang K Zero.

Mit einem V 12 Motor.

Scheiße, von denen gibt’s doch nur fünf Stück.“

„Das ist MEIN Kunde.“

„Von wegen!

Vergiss es.

Mach mal schön deine Mittagspause.

Will ja nicht die Gewerkschaft auf den Hals gehetzt bekommen.

Wenn du mich jetzt entschuldigst.

Ich muss mich um die Kundschaft kümmern.“

 
 
 
 
 

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